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Was ist ein Bandscheibenvorfall

 

Die Bandscheiben liegen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einem äußeren, durch Bindegewebsfäden verstärkten Knorpelring und einem gelartigen Zentrum, dem Gallertkern. Durch diese Konstruktion sind Wirbel und Bandscheiben elastisch verbunden. Sie haben eine Stoßdämpferfunktion für die Wirbelsäule.

Bewegungsmangel, Fehlhaltung, Übergewicht, angeborene Bindegewebsschwäche, eine zu schwache Bauch- und Rückenmuskulatur – das sind die häufi gsten Ursachen für eine Fehlbelastung der Bandscheiben. Die Folge: Durch den erhöhten Verschleiß wird der äußere Ring der Bandscheibe spröde und kann bei Belastung reißen. Das Innere der Bandscheibe, insbesondere der Gallertkern, tritt aus und kann auf die Nervenwurzeln drücken. Dieser Druck führt zu heftigen Schmerzen und nicht selten auch zu Lähmungen.

Bei der Mehrzahl der Patienten hilft die so genannte konservative Therapie, eine Kombination aus schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten und Physiotherapie.

Eine Operation kommt bei einem Bandscheibenvorfall nur dann in Frage, wenn die konservative Therapie versagt und dauerhafte Störungen oder Schäden drohen.
Wann hilft der Physiotherapeut

Prävention

Durch vorbeugende (präventive) Maßnahmen kann der Physiotherapeut dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu einem Schaden kommt. Speziell fortgebildete Physiotherapeuten bieten in Rückenschulkursen Anleitungen unter anderem zur körperlichen Aktivierung, Entspannung und Muskelkräftigung.Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten nach Kursangeboten der „Präventiven Rückenschule“.

Zur  Vermeidung einer OP

Bei ernsthaften Rückenproblemen bis hin zum Bandscheibenvorfall leistet Physiotherapie einen wesentlichen Beitrag, wenn es darum geht, eine Operation zu vermeiden.

Nach einer OP

Auch wenn eine Bandscheibenoperation erforderlich wird, ist die physiotherapeutische Behandlung sinnvoll. Sie kann bald nach der Operation beginnen, am besten noch in der Klinik. Fortgesetzt wird sie in der Rehabilitation und in der freien Praxis Ihres Physiotherapeuten.
Möglichkeiten für Betroffene

Physiotherapie bei Bandscheibenleiden ist als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung im Heilmittelkatalog festgelegt.

Der Physiotherapeut kann Sie auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung behandeln. Bei kurzzeitigem Behandlungsbedarf sind 6 Behandlungseinheiten vorgesehen, bei längerfristigem Behandlungsbedarf bis zu 18 Einheiten.
Was erwartet den Patienten

Der Physiotherapeut stützt sich auf die ärztliche Diagnose und auf seinen eigenen physiotherapeutischen Befund. Auf dieser Grundlage wendet er geeignete Heilmittel an, um das Therapieziel zu erreichen.

Bei einem Bandscheibenvorfall kommen in der Regel folgende Heilmittel zur Anwendung:

    * Krankengymnastik
    * Manuelle Therapie
    * Gerätegestützte Krankengymnastik

Als ergänzende Heilmittel können eingesetzt werden:

    * Wärme- oder Kältetherapie
    * Elektrostimulation
    * Traktionsbehandlung

Behandlungsziele in der Physiotherapie nach einem Bandscheibenvorfall sind:

    * Schmerzreduktion durch Verringerung von Gelenkfunktionsstörungen
    * Wiederherstellung oder Besserung der gestörten Muskelfunktion
    * Funktionsverbesserung und Beseitigung von Fehl- oder Überbelastung der
      Wirbelsäule
    * Verbesserung der Kraft, insbesondere bei Auftreten von Lähmungen in der
      Muskulatur
    * Verbesserung der Beweglichkeit

Quelle:

ZVK