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Physiotherapie nach einem Schlaganfall


Patientenfaltblatt Schlaganfall
Was ist ein Schlaganfall

Ein Schlaganfall (Hirnschlag, Apoplexie, engl. stroke) ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Dabei ist die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen eingeschränkt bzw. blockiert. Die Zellen in den betroffenen Gehirnregionen gehen zugrunde.
Häufige Ursachen eines Schlaganfalls

Hirninfarkt – zum Gehirn führende Blutgefäße oder Gefäße im Gehirn verengen oder verschließen sich, z.B. durch Arteriosklerose. Manchmal werden sie auch durch einen angespülten Blutpfropf verstopft (Hirnembolie).

Hirnembolie – sie wird verursacht durch den plötzlichen Riss eines Blutgefäßes im Gehirn.

Seltenere Ursachen sind angeborene Gefäßmissbildungen oder Hirngefäße, die durch Infektionen geschädigt wurden.

Risikofaktoren sind vor allem Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Diese Faktoren begünstigen Arteriosklerose, die meist über Jahre hinweg die Blutgefäße durch Fett- und Kalkablagerungen schädigt. Übrigens sind keineswegs nur ältere Menschen betroffen. Auch Jugendliche und Kinder können einen Schlaganfall bekommen. Vorbeugen lässt sich durch eine gesunde Lebensweise, die auf fettreiche Ernährung und Rauchen verzichtet und Bewegung einschließt.

Schlaganfälle führen bei circa 70 Prozent der Betroffenen zu Folgeschäden. Häufig kommt es zu Sprachstörungen, einseitigen Lähmungen, Gangstörungen, depressiven Verstimmungen und Gedächtnisstörungen.

Informationen für Betroffene und Interessierte bietet die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe unter www.schlaganfall-hilfe.de
Wann hilft der Physiotherapeut

Vorbeugung

Ein aktiver, beweglicher Lebensstil mit regelmäßiger Ausdauerbelastung hilft, dem Schlaganfall vorzubeugen. Präventionskurse unter Anleitung von speziell fortgebildeten Physiotherapeuten können Sie dabei unterstützen. Diese Kurse dienen der körperlichen Aktivierung oder auch der Entspannung.

Bewegen Sie sich regelmäßig! Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten nach geeigneten Kursangeboten!

Therapie

Physiotherapie kann einen wesentlichen Behandlungsbeitrag leisten, wenn infolge eines Schlaganfalls das Bewegungssystem betroffen ist oder wenn Lähmungen eingetreten sind. Die physiotherapeutische Behandlung beginnt sehr rasch nach einem Schlaganfall, also bereits in der Klinik. Die Behandlung wird in der (neurologischen) Rehabilitation und anschließend in der freien Praxis Ihres Physiotherapeuten fortgesetzt. Zahlreiche Physiotherapeuten sind durch spezielle Weiterbildungen für die Behandlung von neurologischen Patienten besonders qualifi ziert. Sie arbeiten mit neueren Behandlungskonzepten wie der Forced-use- Therapie oder der Laufbandtherapie, die in der Behandlung nach Schlaganfall gute Erfolge aufweisen.
Möglichkeiten für Betroffene

Physiotherapie nach Schlaganfall ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung in der ambulanten Versorgung.

Der Physiotherapeut behandelt Sie auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung. Bei erstmaliger Verordnung sind bis zu 10 Behandlungseinheiten vorgesehen, bei längerfristigem Behandlungsbedarf bei Patienten nach dem 18. Lebensjahr bis zu 30 Einheiten, bei Patienten unter 18 bis zu 50 Einheiten.
Was erwartet den Patienten

Der Physiotherapeut stützt sich auf die ärztliche Diagnose und auf seinen eigenen physiotherapeutischen Befund. Auf dieser Grundlage wendet er geeignete Maßnahmen an, um das Therapieziel zu erreichen.

Bei einem Schlaganfall kommen in der Regel folgende Heilmittel zur Anwendung:

    * KG-ZNS oder
    * Krankengymnastik

Als ergänzende Heilmittel sind möglich:

    * Wärmetherapie oder
    * Kältetherapie

Behandlungsziele in der Physiotherapie

    * Bei Bewegungsstörungen mit oder ohne Lähmungen: Förderung und Besserung der
      Motorik
    * Förderung und Besserung der Koordination, des Gleichgewichts sowie der grob-
      und feinmotorischen Bewegungen
    * Förderung und Besserung von Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit
    * Üben und Automatisieren von Gebrauchsbewegungen sowie Sicherung der
      Mobilität zur leichteren Gestaltung des Alltags und zur Verbesserung der
      Lebensqualität
    * Bei spastischen Funktionsstörungen: Regulierung der Muskelspannung
      und Vermeidung von Versteifungen

  

Quelle:

ZVK