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Physiotherapie bei Gefäßerkrankungen


Patientenfaltblatt Gefäßerkrankungen
Was sind Gefäßerkrankungen

Gefäßerkrankungen stellen zusammen mit Herzerkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Gefäßerkrankungen sind vielfältig: Sie können die Arterien (Schlagadern), die Venen oder auch das Lymphgefäßsystem betreffen.

Erkrankungen des arteriellen Gefäßsystems sind zu rund 5 Prozent entzündlich, hingegen zu 95 Prozent arteriosklerotisch bedingt. Kalk- und Fettablagerungen in den Arterien führen mit der Zeit zu Verengungen (Stenosen) an vielen Stellen des Schlagadersystems. Das kann bis hin zu Verschlüssen führen. Wenn die Mangeldurchblutung einen kritischen Punkt erreicht, kommt es zu spezifischen Symptomen, mit denen Sie unbedingt zum Arzt gehen sollten:

    * Brustenge, die auf eine Verengung der Herzkranzgefäße (Angina Pectoris) hinweisen

        kann
    * Kraftverlust sowie Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen, die auf einen Schlaganfall
      hindeuten können
    * Krampfartige Schmerzen in den Beinen (meist in den Waden) beim Gehen, sodass
      Betroffene nach kurzer Gehstrecke pausieren müssen (Schaufensterkrankheit),
      was auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) hindeuten kann
    * Krampfartige Schmerzen infolge von Verengungen und Verschlüssen in den
      Becken- und Beinarterien

Erkrankungen der Venen können gekennzeichnet sein durch Krampfadern, Beinschwellungen, Ödeme, Geschwüre (sog. offene Beine), Thromboseneigung.

Erkrankungen der Lymphgefäße führen zu Lymphabflussstörungen. Die Lymphgefäßbahnen verlaufen parallel zu den Venen des Körpers. Die kleinsten Lymphgefäße beginnen im Gewebe und vereinigen sich zu immer größeren Lymphbahnen. Bei Abflussstörungen wird es erforderlich, Schwellungen und Ödeme zu behandeln.
Wann hilft der Physiotherapeut

Vorbeugung

Durch körperliche Betätigung und einen aktiven, bewegungsfreudigen Lebensstil beugen Sie Gefäßerkrankungen vor. Präventionskurse unter Anleitung speziell fortgebildeter Physiotherapeuten können Sie dabei unterstützen. Diese Kurse dienen der körperlichen Aktivierung, der Durchblutungsförderung, der Anregung des Stoffwechsels sowie zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems. Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten nach geeigneten Kursangeboten!

Nach einer Gefäßoperation

kann die physiotherapeutische Behandlung einen wertvollen Therapiebeitrag leisten. Die Behandlung sollte bald nach der Operation in der Klinik beginnen. Sie wird anschließend in der Rehabilitation, dann in der Praxis Ihres Physiotherapeuten fortgesetzt.

Lymphdrainage

Die Behandlung von Lymphabflussstörungen (Entstauung) wird von Physiotherapeuten durchgeführt, die in der Manuellen Lymphdrainage weitergebildet sind.
Möglichkeiten für Betroffene

Physiotherapie bei Gefäßerkrankungen ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung in der ambulanten Versorgung.

Der Physiotherapeut behandelt Sie auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung. Bei arteriellen Gefäßerkrankungen wie z.B. der pAVK sind in der Erstverordnung 6 Behandlungseinheiten vorgesehen, bei längerfristigem Behandlungsbedarf bis zu 12 Einheiten. Bei Lymphabflussstörungen in Zusammenhang mit (operativer) Behandlung von Gefäßerkrankungen oder bei venöser Insuffizienz sind ebenso viele Behandlungseinheiten vorgesehen.
Was erwartet den Patienten

Der Physiotherapeut stützt sich auf die ärztliche Diagnose und auf seinen eigenen physiotherapeutischen Befund. Auf dieser Grundlage wendet er geeignete Maßnahmen an, um das Therapieziel zu erreichen.

Bei physiotherapeutischer Behandlung von arteriellen Gefäßerkrankungen kommt in der Regel Krankengymnastik zum Einsatz.

Bei physiotherapeutischer Behandlung von Lymphabflussstörungen kommt in der Regel Manuelle Lymphdrainage (MLD) zum Einsatz.

Als ergänzende Heilmittel können eingesetzt werden:

    * Wärmetherapie oder
    * Kältetherapie sowie ggf.
    * Elektrotherapie

Behandlungsziele in der Physiotherapie bei Gefäßerkrankungen sind:

    * Besserung der Durchblutung und des Stoffwechsels
    * Besserung der Ausdauer, Kraft und Koordination
    * Entstauung sowie Besserung des lymphflusses, der aktiven Muskel-Venenpumpe
      und des Haut- und Unterhautstoffwechsels
    * Schmerzreduktion und Verringerung der Hautreizung durch Reduzierung von
      Schwellungen

  

Quelle:

ZVK